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| Mein Hobby seit gut 20 Jahren heißt Patchwork. Zwischenzeitlich habe ich viele Quilts gearbeitet, und dieses Hobby möchte ich gerne vorstellen. |
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Da erzählt man uns seit mehr als einem Jahr von der „konjunkturellen Talfahrt der Weltwirtschaft“, die sich immer mehr beschleunigt. Von stark rückläufigem Welthandel, von globaler Krise (nicht nur wirtschaftlich, auch auf dem Umweltsektor). Politiker jeder Couleur rechnen uns vor, wie schlecht es der Wirtschaft geht. Minus 3,5 % , diese Zahl schwebt mir noch im Hirn, aber ich höre sowieso nicht mehr so richtig zu. Aber ich denke immer noch, dass ich doch recht gut rechnen kann. Wenn ich das auch „nur“ in meinem kleinen Leben tun muß, um zurecht zu kommen. Seit einigen Wochen nun erzählt man uns von einem „Aufschwung“! 0,3 % sollen es sein! AUFSCHWUNG? Man rechnet uns vor, wie doch die Wirtschaft boomt, wie die Krise beseitigt sei, wie gut es der Wirtschaft geht! AUFSCHWUNG! Ich rechne da irgendwie, vielleicht bin ich doof, anders: Minus 3,5 plus 0,3 ergibt doch, oder habe ich da nicht aufgepasst? Minus 3,2 – oder???? Wo ist da ein Plus? Wo ist da ein eklatanter Wandel? Wo Aufschwung? Ich denke zwischenzeitlich eines, und das denke ich nicht nur, davon bin ich überzeugt: Man („man“ = Politiker und Wirtschaftsbosse) will uns („uns“ ist der sogenannte mündige Bürger….!) schlicht für dumm verkaufen. Man traut uns wohl nicht mehr zu, selber denken zu können? Obwohl, manchmal kann ich das sogar verstehen. Am Samstag war bei uns im Stadtteil ein Kinderfest, und auf der Straße dorthin baute ein Zeitungsverlag einen kleinen Stand auf. Mitten auf dem Gehweg. Auf der einen Seite das Schaufenster eines Geschäftes (wieso wehrt sich der Inhaber nicht?), auf der anderen Seite parkende Autos, und die Fußgänge quetschen sich dazwischen aneinander vorbei. Der Clou aber war: die Mädels hatten einen Sonnenschirm aufgespannt. So niedrig, dass kein normal großer Bürger „normal“ weiter gehen konnte. ALLE (ich habe das beobachtet!) bückten sich unter dem Schirm durch! ALLE!!!! Große, Kleine, Alte, Junge, Dicke, Dünne…………….. Der Mensch scheint tatsächlich nicht mehr zu denken, geschweige denn, sich zu wehren! Armes Deutschland! | ||
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Seit Jahren beschäftige ich mich mit diesem Hobby: wunderschöne Stoffe zu zerschneiden und zu neuen Mustern zusammenzunähen. Eigentlich ein seltsames Hobby für eine eher ungeduldige Frau. Man braucht Stunden, um dies alles zu bewerkstelligen. Und man braucht noch mehr Stunden, um das neu entstandene Stoffstück mit Vlies und Rückenstoff zu einer Decke (zum Beispiel) zu verbinden. Dies macht man traditionellerweise mit kleinen, gleichmäßigen Vorstichen VON HAND. Sieht toll aus, wärmt wunderbar, und ist eine Übung in Geduld...... Die letzte Decke, die ich gefertigt habe, war ein Geschenk für meinen Sohn und meine Schwiegertochter zur Hochzeit. Das Muster war nicht allzu kompliziert: einfach immer nur Rechtecke aneinander gesetzt. Aber das Ergebnis besticht einfach durch die Stoffauswahl. Die neue Decke paßt genau dorthin, wo sie passen soll. Sie gefällt den beiden jungen Leuten. Und sie wird an kühlen Sommerabenden oder im Winter auch ein bißchen mehr wärmen.... Also sind alle Zwecke erfüllt. Doch, vielleicht noch einer: sie erinnert immer mal wieder ein kleines bißchen an mich. Grins. Die Idee, ich muß es gestehen, ist nicht von mir. Im Altmühltal ist eine wunderbare Frau, die einfach geniale Ideen hat. Simis Atelier heißt ihr Laden, und sie hat die für mich ansprechendsten Stoffe und weiß, wie man die weiter verarbeiten kann. | ||
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Diese Decken, die früher aus der Not heraus gefertigt wurden, dienen heute mehr als damals dekorativen Zwecken. Aber trotz allem: Als Tagesdecke auf dem Bett, als Kuscheldecke, als zusätzlicher Bettwärmer im Winter oder als sehr leichte Zudecke im Sommer - Quilts sind aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Es heißt, daß die amerikanischen Siedlerfrauen die Quilts "erfunden" haben. Material war knapp, im Winter war es lausig kalt, und die mitgebrachten Mäntel oder Decken wurden löchrig. Man konnte sich keinesfalls leisten, so etwas wegzuwerfen. Also nähte man daraus Neues. So langsam entwickelte sich aus der Not ein Kunsthandwerk: Stoffe wurden zerschnitten, und sei es nur, um die Löcher wegzuschneiden. Die restlichen Teile wurden zu Mustern arrangiert und zu einer Decke zusammengenäht, als Futter diente ein altes Moltontuch oder eine zerschlissene Decke, Gardinen oder Pferdedecken. Damit diese Lagen zusammenhielten, wurden sie mit der Hand gesteppt - daraus entwickelten sich dann wirklich grundschöne, aufwendige Quiltmuster. Heute: Als Geschenke für Tochter und Sohn, zur Konfirmation, zum Examen, einfach so. | ||